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Staatlich anerkannte Schul- und Bildungsmaßnahme für Erwachsene

 

Die Hellinger® sciencia Aufstellungen von Bert und Sophie Hellinger werden weltweit durch die Hellinger®schule und ihre Dozenten in der Ausbildung zum „Hellinger sciencia® Aufsteller“ vermittelt. Alle besuchten Kurse von Bert und Sophie Hellinger und der Hellinger®schule werden für die Ausbildung anerkannt.

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Wie geht eine Familienaufstellung vor sich?

Beim „Neuen Geistigen Familienstellen“ nach Bert Hellinger erzählt der aufstellende Teilnehmer sein Anliegen kurz und präzise.

Aus dem, was der Teilnehmer sagt und wie er es sagt, bekommt der Aufstellungsleiter ein Bild, und er weiß nun, wie er die Aufstellung beginnen soll.

Der Aufstellungsleiter lässt dann in der Regel ein bis zwei, selten mehr wichtige Personen der Familie aufstellen. Dabei wählt er intuitiv andere Seminarteilnehmer als Vertreter für die Personen der Familie aus und stellt sie nach seinem inneren Bild im Raum auf. Die Stellvertreter spüren sehr genau in sich hinein und folgen ganz langsam ihren Bewegungs-impulsen, den sogenannten "Bewegungen des Geistes". Sie fühlen dabei wie die Personen, die sie vertreten, ohne das sie diese kennen. Manchmal drehen sich Vertreter langsam um und schauen woanders hin, manchmal gehen sie langsam auf eine Person zu oder von einer Person weg. Es kommt vor, dass sich Vertreter kraftlos auf den Boden hocken oder legen. Manchmal fangen Vertreter auch an zu zittern, zu weinen oder vor Wut zu schreien. Alle folgen ihrer inneren Bewegung und lassen ihre Gefühle zu.

Aus den Bewegungen und Blickrichtungen kann der Aufstellungsleiter ablesen, ob noch Personen fehlen. Für diese werden dann nach und nach weitere Vertreter in die Aufstellung hineingenommen. Die Lösungen finden sich beim Geistigen Familienstellen meistens selbst. Es kommt also beim Familienstellen etwas Verborgenes ans Licht, das die wirklichen Personen, wenn sie dabei sind, überrascht. Häufig das, was bisher in der Familie nicht beachtet wurde. Und selbst, wenn keine Lösung deutlich sichtbar wird, wirkt die Aufstellung im Familiensystem des aufstellenden Teilnehmers und es kommt etwas in eine heilende Bewegung.


Bert und Sophie Hellinger in ihrer Aufstellungsarbeit

Bis vor wenigen Jahren bedeutete „Familienstellen nach Hellinger“ selbstverständlich „Familienstellen nach Bert Hellinger“. Seit Begründung der Hellinger-Schule leiten Bert und seine Frau Sophie deren Aufstellungskurse zunehmend gemeinsam. Machen sie beide „Familienstellen nach Bert Hellinger“? Oder muss man jetzt vom „Familienstellen nach Bert und Sophie Hellinger sprechen?“ Macht es einen Unterschied? Es gibt jedenfalls Unterschiede. Aus der Ferne, auch aus der Ferne des klassischen Familienstellens, mögen diese Unterschiede gering erscheinen, aus der Nähe fallen sie auf.

Wenn sie gemeinsam arbeiten und sich zu Beginn auf einen Klienten einstimmen, tut Bert das auf eine eher geistige Art. Er wird zum Beispiel still, schließt die Augen und geht nach innen. Er schwingt sich auf den Klienten und sein Feld ein. Dann wendet er sich mit einem stillen, ruhigen Ernst dem Klienten neben ihm zu. Damit hat er ein schon ein geistiges Feld geschaffen, in das er den Klienten mitnimmt.

Wenn Sophie daneben sitzt – das kann man in vielen Videos beobachten – arbeitet sie parallel gleich mit. Auch sie hat die Augen geschlossen, auch sie geht nach innen. Aber sie geht sichtlich auf eine eher körperliche Art mit. Wenn sie aus ihrer Versenkung auftaucht, hat sie oft ein umwerfend klares Bild, was mit dem Klienten los ist, ganz besonders, wenn es körperliche Symptome betrifft.

Bert betont immer wieder: „Ich arbeite für die ganze Gruppe“, und das tut er auch. Beide, Bert und Sophie, arbeiten für den Klienten, beziehungsweise für dessen System oder Feld. Sie arbeiten an dem Thema, welches der Klient mitbringt. Das ist oft nicht das Thema, das er einbringt, also benennt, sondern das, welches dahinter steckt. Wenn Bert für die ganze Gruppe, für alle Seminar­teilnehmer arbeitet, dann heißt das: Er wählt ein Themenfeld, auch einen bestimmten Fallein­bringer, und er arbeitet so, dass alle etwas daraus lernen und daran wachsen können. Sophie hat vor allem den Klienten im Blick. Sie ist ganz bei ihm und seinem Feld, alles andere scheint aus ihrem Fokus zu verschwinden.

Diese beiden Unterschiede ergeben einen weiteren, nämlich den Einsatz von Worten. Bert, wenn er nach innen geht, wirkt völlig präsent und klar. Das heißt, auch als innerlicher Beobachter im Kontakt, gleichzeitig auch in klarer Abgrenzung zu dem, was er beobachtet. Wenn er sich dem Klienten neben sich zuwendet, ist er auch sofort wieder präsent und klar im Äußeren. Was er dann sagt, ist klar, kurz und bündig. Und so entlässt er den Klienten auch wieder.

Wenn Sophie nach innen geht, geht sie mit dem, was ihr begegnet, in eine tiefe Verbindung. Sie wird, auch sehr körperlich, ergriffen, und sie lässt sich ergreifen. Wenn sie aus dieser Versenkung wieder auftaucht, ist sie im Hier & jetzt sofort wieder mit dem Klienten verbunden und fragt ihn etwas oder sagt ihm etwas, was sie aus ihrer inneren Verbindung mit seinem Feld mit hochgebracht hat. Ihre Art der Zuwendung zum Klienten ist eine andere als die von Bert. Eine, die viel näher wirkt, gewissermaßen: auf eine geistige Weise körperlicher. Der Umstand, dass sie beide als Mann und Frau miteinander arbeiten, begründet einen Unterschied. In seinem Vortrag Das Männliche und das Weibliche in unserem Körper erläutert Bert, dass wir in unserem Körper nicht nur in eine linke, weibliche und eine rechte, männliche Hälfte geteilt sind, sondern ebenso in eine obere und eine untere: eine „geistige“, männliche Hälfte oben und eine körperliche, weibliche unten. Und genau so sehe ich sie beide arbeiten.

Dieser Teilung entsprechend haben wir auch Vorlieben entweder für Berts oder Sophies Arbeits­weise. Und auch hier ist nicht die eine gültig und die andere ungültig. Es geht auch nicht darum, beide Arbeitsweisen einander anzugleichen und die Unterschiede verschwinden zu lassen, sondern sie beide anzuerkennen als das, was sie sind: Eine mehr geistige oder eine mehr körperliche, eine mehr männliche oder eine mehr weibliche Arbeitsweise.
Mit einer von beiden Hälften sind wir in der Regel mehr identifiziert, mögen sie mehr, halten uns mehr dort auf. Wer das für sich prüfen möchte: Am Ende des Vortrags leitet Bert eine entsprechende Meditation an. Wenn wir einer Seite einen Vorrang vor der anderen geben, fallen wir aus unserer Mitte. In der Mitte, das ist hier das Herz, kommen beide zusammen – als unser Vater und unsere Mutter, in uns eins.

In gewisser Weise können wir Sophie und Bert auch in der Aufstellungsarbeit nach Hellinger wie Mutter und Vater betrachten: Wenn die Mutter das Kind morgens in die Schule schickt, prüft sie, ob die Jacke richtig zugeknöpft ist, ob das Kind das Pausenbrot und ein sauberes Taschentuch eingesteckt hat und gibt ihm noch ein paar Ermahnungen und einen Kuss mit auf den Weg. Der Vater sagt: „So, jetzt ab mit dir.“ Wahrscheinlich mögen wir die eine Art lieber als die andere. Und welche ist besser? Beide.

(Dank an Thomas G.)