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Viele halten das Gewissen für die höchste und letzte Instanz, nach der wir uns in jeder Lebenslage richten müssen. Das hängt damit zusammen, dass unser Überleben mit dem Gehorsam gegenüber dem Gewissen zusammenhängt.
Ich muss das näher erläutern.

1. Wir müssen wissen: Jede Familie hat ein eigenes Gewissen. Mit Hilfe des Gewissens nehmen wir unmittelbar wahr, was wir tun oder lassen müssen, um zu dieser Familie gehören zu dürfen. Wenn wir uns nach  den Anweisungen dieses Gewissens richten, haben wir  ein gutes Gewissen. Das heißt: Wir sind uns sicher,  dazugehören zu dürfen.

2. Wenn wir gegen die Anweisungen unseres Gewissens erstoßen, bekommen wir ein schlechtes Gewissen. Wir fühlen uns schuldig. Was ist das genaue Gefühl, wenn wir ein schlechtes  Gewissen haben und uns schuldig fühlen? Wir haben Angst, dass wir das Recht auf Zugehörigkeit zu unserer Familie gefährden oder verloren haben.

3. Das schlechte Gewissen treibt uns an, unser Verhalten so zu ändern, dass wir wieder ein gutes Gewissen bekommen, dass wir uns also des Rechtes auf Zugehörigkeit zu unserer Gruppe wieder sicher sind.

Der Hauptirrtum beim guten und schlechten Gewissen besteht darin, dass wir meinen, unser Gewissen habe allgemeine Gültigkeit, also nicht nur für uns, sondern für alle Menschen. Deshalb betrachten viele ihr Gewissen als die Stimme Gottes in ihrer Seele.

Wenn wir bedenken, dass Menschen, die aus einer anderen Familie kommen, die gleiche Vorstellung haben, obwohl sich die Vorschriften ihres Gewissens weitgehend von den Anweisungen unseres Gewissens unterscheiden, verstehen wir, welche Schwierigkeiten entstehen, wenn zwei Menschen sich auf ihr Gewissen berufen. Sie wollen den anderen zwingen, dass er ihrem Gewissen folgt statt seinem eigenen.